Dein Traumpartner – Beschreibung eines Wunschtraums

Welche Ideen hast Du von Deinem Traumpartner? Soll es eine zierliche Brünette mit großen, braunen Augen und einer sexy Figur sein, die gut und gerne kocht, aber auch Erfolg im Beruf sowie Verständnis für Deine Hobbies (Fußball, Autorennen) hat? Ein großer, sportlicher, blauäugiger Naturbursche mit Humor, Optimismus, Vermögen und einer starken Schulter zum Anlehnen? Einerseits ist es ja nur gut, wenn man weiß, was man will. Andererseits sollte man sich aber auch nicht zu früh durch zu konkrete Vorstellungen, durch Äußerlichkeiten wie etwa Größe, Alter, Haar- sowie Augenfarbe, Beruf, Hobbies usw. einengen.

Deinen Traumpartner findest Du nicht durch eine “Rasterfahndung”

Es ist keineswegs so, dass der Traumpartner irgendwann als Endresultat einer ausgeklügelten Rasterfahndung vor einem steht. Solch einen Prozess des Aussiebens hat P. W. Fischer in seinen klugen und witzigen Buch „Fiasko Sex“ ironisch „aufs Korn genommen“:

Wenn man den einschlägigen Frauenzeitschriften glaubt, dann gibt es allerdings einen Haufen untrüglicher Merkmale, an denen Frau den passenden Bettgenossen erkennen kann. Gewöhnlich sollte der Auserwählte dabei vor allem groß, schlank, muskulös, dunkelhaarig gelockt, dezent brustbehaart, Chefarzt mit eigener Klinik (oder Mitglied der California Dream Boys) und knapp zwei Jahre älter sein als frau selbst. Zur Verfeinerung der Auswahl dienen schließlich tradierte Anhaltspunkte.
Ganz wichtig dabei: das Sternzeichen! Zwölf davon gibt es und weil sowohl Männer wie Frauen eins besitzen und in jeweils jeder denkbaren Kombination zusammenkommen können, haben wir es mit 144 Misch-Möglichkeiten zu tun, auf die wir hier wegen des begrenzten Platzes nicht näher eingehen wollen. (…) Die Wahrscheinlichkeit zum Beispiel beim New York-Marathon jemanden zu finden wäre nicht mal klein.
Allerdings: so einfach ist die Sache auch wieder nicht. Schließlich gibt es noch das chinesische Horoskop, wodurch die eben noch vielversprechende Waage/Löwe-Kombination durch eine katastrophale Hase/Schwein-Verbindung heftigst in Frage gestellt werden kann. Und damit geben sich einschlägige Frauenzeitschriften noch lange nicht zufrieden. Jetzt muss der muskulöse, schwarzgelockte Chefarzt mit eigener Klinik noch durch jede Menge Eignungstests. Trinkt er Kaffee und sie Tee, ist er Frühaufsteher und sie nicht, raucht er (und falls sie auch, welche Marke?), mag er Ally McBeal und kann er einen Besen von einem Staubsauger unterscheiden? Jedes Nein schränkt die Auswahl weiter ein und am Ende ist das Raster schließlich so eng, dass eigentlich nur noch ein Schafzüchter aus Neuseeland, südlich von Aukland als potentieller Kandidat in Frage käme, bloß weiß die Leserin nichts von seiner Existenz (Außerdem wäre er kein Chefarzt mit eigener Klinik.)

(P. W. Fischer, Fiasko Sex, Rake-Verlag 2001, S. 35-37)

Den Traumpartner lernt man nur im wahren Leben wirklich kennen

Keine Frage: Man kann mit Verstand, mit Screenings, Tests und den Matching-Verfahren mancher Partnervermittlungen sinnvollerweise eine grobe Vorauswahl treffen und damit dem Traumpartner durchaus näher kommen. Eine Verbindung, die auf solchen Voraussetzungen basiert, scheint vernünftiger zu sein als eine ausschließlich auf vergänglichen Gefühlen begründete; von daher geben wir ihr gute Chancen, in eine dauerhafte und langfristige Beziehung zu münden. Dennoch entbindet einen das nicht davon, der ausgewählten Person im wahren Leben von Angesicht zu Angesicht zu begegnen und sie kennen zu lernen. Mit ihr Tuchfühlung aufnehmen, sie riechen und mit allen „Antennen“ zu fühlen, ob „die Chemie“ stimmt – daran führt kein Weg vorbei. Denn sich Verlieben ist eine Sache, die zu 90 % auf der Ebene des Unbewussten abläuft – nur dort springt der berühmte Funke über! Und der lässt sich nun mal nicht „ausrechnen“…

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